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Internationales Webdesign

Sobald ihr eure funkelnagelneue, sorgfältig geplante und gestaltete Website ins Internet stellt, seid ihr auf der Stelle international. Theoretisch kann dann jeder, der eine Internet-Verbindung hat, über eure Website stolpern. Es lohnt sich also, daran zu denken, dass 78% der zurzeit 1,8 Milliarden Internetbenutzer Englisch nicht als Muttersprache sprechen (internetworldstats.com).

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Wenn sich die Gestaltung eurer Website einzig und allein an einem englischsprachigen, westlichen Publikum orientiert, sprecht ihr damit weniger als ein Viertel eurer potenziellen Online-Zielgruppe an, die Interesse an eurer Website haben könnte. Für diejenigen unter euch, die geschäftliche Interessen verfolgen, ist außerdem wichtig, das Untersuchungen zufolge 85% der Verbraucher auf einer Website, auf der sie die Informationen zu Produkten nicht in ihrer eigenen Muttersprache vorfinden, nichts kaufen (Common Sense Advisory, 2006).

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Zur Gestaltung einer Website, die erfolgreich Grenzen überwindet, gehört jedoch mehr als eine bloße Maschinenübersetzung. Besonders in Bezug auf den Online-Bereich kommen umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema kulturübergreifender Kommunikation zu dem Schluss, dass verschiedene Kulturen auf sehr unterschiedliche Art und Weise kommunizieren können.

Praktische Fragen

Neben dem rein theoretischen Bereich gibt es aber auch praktische Fragen zu klären, wenn man Websites für mehrere unterschiedliche Zielgruppen gestaltet. Um spätere Schwierigkeiten zu vermeiden, sollte man diese schon dann berücksichtigen, bevor man die erste Design-Phase überhaupt in Angriff nimmt.

Navigation

Die Arbeit mit verschiedenen Sprachen bringt zum Beispiel unterschiedliche Zeilenlängen und -breiten mit sich, ganz zu schweigen von den Navigationsproblemen, die durch den Wechsel von rechtsläufigen Schriften zu linksläufigen entstehen. Horizontale Navigationsleisten sollten dafür sorgen, solche Navigationsprobleme minimal zu halten.

CSS

In technischer Hinsicht ermöglicht euch das Verwenden von CSS, die Sprachen eurer Inhalte der einzelnen Seiten auszuwechseln, ohne dass ihr dafür jede Seite von Grund auf neu gestalten müsst, weil ihr euren Inhalt vom Seiten-Design getrennt halten könnt. Ebenso ist Unicode UTF-8 sehr zur Zeichenkodierung zu empfehlen, da es die Schriften von mehr als 90 Sprachen bewältigen kann.

Farben

Farbe ist ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt, da die Bedeutung verschiedener Farben zwischen den Kulturen erheblich variieren kann. Ein schwarzer oder weißer Text sowie grüner oder blauer Hintergrund haben sich universell als am ansprechendsten erwiesen. Ihr solltet aber dennoch die kulturellen Assoziationen eurer gewählten Farben in jedem Zielmarkt recherchieren, bevor ihr die Website ins Netz stellt, zum Beispiel die Bedeutung der Farben Orange in Nordirland (Protestantismus) oder Grün im Nahen Osten/in Afrika/in Asien (heilige Farbe des Islam).

Inhalt

Wo es um den Inhalt an sich geht, ist es wichtig dafür zu sorgen, dass der Text für jede Sprache und für jeden Kulturkreis im Hinblick auf diese besondere Zielgruppe recherchiert und verfasst wird. Eine direkte Übersetzung aus einer Sprache in eine andere ist dafür nicht ausreichend. Ihr wollt doch sicher nicht aus Versehen durch euren Tonfall, eure Wortwahl oder, was besonders schlimm wäre, durch eine fragwürdige Übersetzung eure potenziellen Leser beleidigen.

Übersetzung und kultureller Hintergrund

Die Gefahr, durch Fehler in der Übersetzung Verwirrung zu stiften, ist groß. Um zu gewährleisten, dass ihr tatsächlich die richtige regionale Redensart und Ausdrucksweise trefft, ist es deshalb entscheidend, einen professionellen Übersetzer zu beauftragen, der in seine Muttersprache übersetzt. Ihr wollt doch bestimmt nicht, dass es euch so geht wie Gerber, einem Hersteller für Babynahrung, der seine Produkte weder in Frankreich noch im französischsprachigen Gebiet Kanadas verkaufen kann, denn „gerber“ ist der französische Ausdruck für „kotzen“.

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Das Übersetzen ist aber nicht der einzige Bereich für mögliche Verwirrung oder Betretenheit – auch das kulturelle, soziale, wirtschaftliche und politische Klima jedes Marktes ist zu berücksichtigen. Seht euch beispielsweise nur den Schlamassel an, in den Pepsi im Jahr 2004 geriet, als das Unternehmen wegen einer Werbekampagne von der indischen Stadt Hyderabad verklagt wurde. In der Werbung wurde das indische Cricket-Team bei einer Siegesfeier gezeigt. Ein Junge servierte dabei Pepsi. Dem westlichen Beobachter mag diese Szene harmlos erscheinen, aber die indische Zielgruppe konnte darin nur eine offenkundige Verherrlichung von Kinderarbeit sehen.

Wenn ihr euch eure potenziell internationale Zielgruppe vor Augen haltet, bevor ihr mit der Gestaltung eurer Website beginnt, könnt ihr ein Grund-Template ausarbeiten, das innovativ ist und eine überzeugende Markenpolitik aufweist, aber zugleich flexibel genug, damit ihr es für eine Reihe lokalisierter Domains verwenden und jeder einzelnen von ihnen in Bezug auf Sprache, bevorzugte Farbzusammenstellung, Bilder und Design des jeweiligen Marktes den letzten Schliff geben könnt. Warum solltet ihr eure Online-Präsenz auf die nur 22% englischen Muttersprachler beschränken, wenn ihr wirklich international agieren könntet?

Lokalisierung eurer SEO-Techniken

Sobald ihr den perfekten Text geschrieben habt und das Layout fertig ist, liegt der nächste Schritt darin, alles auf einem lokalen Server zu hosten, da regionale Suchmaschinen eine deutliche Präferenz für regionale Seiten haben.

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Ebenso muss die URL-Adresse eurer Website lokal und spezifisch sein (z.B.: www.adresse.de). Die Optimierung des Textes und Seitentitels, der Keywords, Beschreibungen usw. sind von entscheidender Bedeutung, da Suchmaschinen diese Daten lesen und sie in ihren Ergebnislisten anzeigen. Die goldene Regel der mehrsprachigen SEO lautet, Keywords NIEMALS wörtlich zu übersetzen! Welche Keywords sich mit Erfolg verwenden lassen, könnt ihr mithilfe des Google Keyword Tools herausfinden.
Seid vorsichtig bei der Wahl der beliebtesten Suchmaschinen für jedes Land. Yahoo hat zum Beispiel in vielen Ländern an Bedeutung verloren.

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