Basics: Suchmaschinenoptimierung (SEO)

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Viele Webdesigner machen sich um Suchmaschinenoptimierung (engl. search engine optimization = seo) nicht ausreichende Gedanken. Die Folge ist klar: Die betroffene Seite wird gar nicht, oder nur schlecht über die Suchmaschinen gefunden; Besucher bleiben aus.
Des Weiteren werden auch bei Anfangs gut optimierten Seiten oft Fehler gemacht die zu einem plötzlichen Absturz in den Suchergebnissen führen können. In diesem Artikel gehe ich auf die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung ein.

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Eines noch vorweg: Ich bin kein Suchmaschinenexperte! Die hier gezeigten Tipps beruhen auf Erfahrungswerten und angelesenem Wissen. Ich selbst befolge diese Regeln bei allen meinen Seiten und habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht.

Wie funktionieren Suchmaschinen?

Google (sowie jede andere Suchmaschine) nutzt einen sogenannten Bot (auch Crawler oder Spider). Dieses Computerprogramm hangelt sich wie eine Spinne durchs Netz; immer von einer Internetseite zur anderen.
Jede Seite die der Googlebot besucht hat wird komplett im Google eigenen Rechenzentrum abgespeichert, mit einer Identifikationsnummer versehen, auf relevanten Inhalt gescannt und entsprechend kategorisiert. Daraus entsteht nun eine gigantische Liste mit Schlagwörtern und der Angabe auf welcher Seite das Wort zu finden ist.
Wenn nun in in die Suchmaske von Google ein oder mehrere Suchbegriffe eingegeben werden, scannt Google innerhalb von Millisekunden seine Datenbank und gibt eine Liste mit Seiten aus auf denen die Suchbegriffe vorkommen. Diese Liste wird nach Relevanz sortiert; das (laut Google) zutreffendste Ergebnis erscheint an erster Stelle usw.
Die Kunst der Suchmaschinenoptimierung besteht nun darin, die eigene Seite so zu gestalten, dass die Inhalte für Google eine möglichst große Relevanz haben.

Grundvoraussetzungen

Wie bei allen modernen Internetseiten generell wünschenswert ist es auch im Hinblick auf Suchmaschinenoptimierung unverzichtbar Inhalt und Design der Seite klar zu trennen. Nur so ist sichergestellt, dass Google ausschließlich relevante Inhalte findet und nicht etwa Gestaltungsangaben oder ähnliches.

Der TITLE-Tag

Screenshot dieser Seite mit Highlights der wichtigsten Elemente für Suchmaschinenoptimierung

Der TITLE einer Website ist für Google von elementarer Bedeutung. Hier muss eine Inhalts bezogene Überschrift unter Verwendung wichtiger Keywords verfasst werden. Zudem werden nur die ersten 60 bis maximal 65 Zeichen beachtet, lange Überschriften sind also völlig sinnlos.
Es sollte ebenfalls bedacht werden, dass die TITLE der verschiedenen Unterseiten nicht immer gleich beginnen (bsp: Seitenname - Artikelüberschrift), denn dann "denkt" Google alle Seiten würden zum gleichen Hauptthema gehören. Sinnvoller ist hier die Reihenfolge "Artikelüberschrift - Seitenname".

Headlines

Um den Inhalt klar zu strukturieren muss auf die HTML-Elemente H1-H6 zurückgegriffen werden. je höherwertig eine Headline ist, desto relevanter wird der enthaltene Text eingestuft.
Bemerkenswert ist, dass das eigentlich wichtigste Headline-Element (H1) in der Praxis eine geringere Bedeutung als das H2-Element zu haben scheint. Da die H1 oft als Logo verwendet wird (wie auch auf dieser Seite) und somit keinen relevanten Inhalt enthält, beginnen die inhaltlich relevanten Überschriften meist mit dem H2-Element.

Double-Matching

Headline-Tags sind dazu gedacht einem Artikel eine Überschrift zu geben. Demzufolge sollten in der Überschrift verwendete Begriffe auch im darauffolgenden Absatz auftauchen.
Erscheint ein Begriff sowohl in der Überschrift als auch im folgenden Fließtext greift das Prinzip "Double-Matching". Für Google ist nun sichergestellt, dass die Überschrift den Text sinnvoll beschreibt, die Seite gewinnt an Relevanz. Das Prinzip des "Double-Matchings" lässt sich natürlich auf andere HTML-Elemente wie den soeben erwähnten TITLE-Tag übertragen.

Keyword-Density

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die "Keyword-Density". Dieser Begriff beschreibt die Häufigkeit eines Suchbegriffs auf einer Seite. Je häufiger der gesuchte Begriff auf der Seite auftaucht, desto relevanter wird diese für die Ergebnisliste von Google.
Logischerweise steht "Keyword-Density" in direktem Bezug zum "Double-Matching".

Idealerweise sollten wichtige Keywords sowohl im TITLE der Seite, sowie in einem Headline-Element, mindestens 1x im darauffolgenden Absatz und im gesamten Fließtext nicht weniger als 3x verwendet werden.

Links

Links sind mit die wichtigsten Elemente einer Internetseite, bilden sie doch die Grundlage des gesamten Internets. Ohne Links könnte sich kein Seitenbesucher auf einer Website oder zwischen verschiedenen Websites hin- und herbewegen. Und der GoogleBot auch nicht.
Um dem GoogleBot möglichst viel Futter zu bieten sollten Links zu allen Unterseiten einer Website bestehen. Nur so ist sichergestellt, dass keine Seite "übersehen" wird.
Da Links für das Internet so wichtig sind, werden sie auch von den Suchmaschinen als sehr relevant eingestuft. Dabei sollte beachtet werden, dass die Wertigkeit aller HTML-Elemente durch das hinzufügen eines Links gesteigert wird. Beispielsweise gewinnt eine ohnehin schon wichtige Headline 2. Ordnung (H2) durch hinzufügen eines Links noch weiter an Relevanz.

Auch der Textinhalt eines Links ist von hoher Bedeutung. Verlinkte Texte wie "Hier klicken" sind also völlig sinnlos, da der enthaltene Text keine inhaltlich wichtigen Keywords enthält.

Um sicherzustellen, dass GoogleBot alle Unterseiten einer Website findet, bieten sich Sitemaps oder Archiv-Seiten an, von denen aus der Crawler auf jede Unterseite gelangt.

Grafiken, TITLE- und ALT-Attribute

In Grafiken enthaltene Texte können von Suchmaschinen nicht ausgelesen werden. In Grafiken sollten daher nie wichtige Inhalte enthalten sein, es sei denn die Grafik wurde mittels CSS einem inhaltlich relevanten HTML-Element zugewiesen.

Um den Inhalt einer Grafik für die Suchmaschine (sowie für sehbehinderte Menschen) erfassbar zu machen muss ein ALT-Attribut hinzugefügt werden. Dieses sollte beschreiben was auf dem Bild zu sehen ist, denn das ALT-Attribut wurde erfunden um fehlerhaft geladene Grafiken zu beschreiben.
Zusätzlich kann der Grafik noch ein TITLE-Attribut hinzugefügt werden. Dieses Attribut dient dazu dem Bild eine Überschrift zu geben.

Als letzter Punkt sollte der Dateiname der Grafik beachtet werden. Dieser sollte nicht "gallery-01.jpg" o.ä. lauten, sondern den Inhalt der Grafik beschreiben. Zusätzlich sollten Unterstriche (_) vermieden werden, da diese von Suchmaschinen nicht erkannt werden und daher keine Trennung von Wörtern darstellen. Zu diesem Zweck sollte das Minuszeichen (-) eingesetzt werden. Den Dateinamen "haus_mit_garten.jpg" interpretiert die Suchmaschine demzufolge als "hausmitgarten". Nur wenn der Dateiname korrekt geschrieben wird werden alle drei Wörter erkannt. "haus-mit-garten.jpg" wird als "Haus, mit, Garten" erkannt.

Werden die soeben beschriebenen Punkte beachtet, finden Interessenten die Grafiken über Bildsuchen, was einen nicht zu unterschätzenden Besucherstrom auf die Seite auslösen kann.

Eingehende Links & Social Bookmarking

Icons der bekanntesten Social-Bookmarking-Dienste
Links von externen Seiten sind heutzutage ein enorm wichtiges Kriterium für Relevanz von Internetseiten. Je mehr Links auf die eigene Website verweisen, desto wichtiger und interessanter wird diese Seite eingestuft.
Das Problem ist nur, dass man die Anzahl an eingehenden Links schlecht beeinflussen kann. Im Gegensatz zu den bisher angesprochenen Möglichkeiten sind dem Webdesigner hier quasi die Hände gebunden. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten die Anzahl an eingehenden Links zu erhöhen:
Zum einen gibt es diverse sog. "Social Bookmarking Dienste". Diese Dienste bieten den Service Websites als Favoriten online abzuspeichern und anderen Besuchern zugänglich zu machen. Jedesmal wenn die eigene Seite also als Favorit in einen der "Social Bookmarking Dienste" aufgenommen wurde erhöht sich die Zahl der eingehenden Links.
Um den eigenen Seitenbesuchern nun einen Anreiz zu bieten die Seite als Favorit abzuspeichern, können Links zu diesen Diensten in die Website integriert werden. Nun reicht ein klick auf einen dieser Links und die Seite ist gespeichert.

Ähnlich funktionieren sogenannte Social-Bookmarking-News-Aggregatoren. Das Prinzip ist folgendes: Der Webdesigner veröffentlicht den Link zu einem Artikel auf einer der zahlreichen Aggregator-Seiten. Nun erscheint dieser Artikel in einer Liste mit allen anderen veröffentlichten Artikeln. Alle diese Artikel werden von der Leserschaft bewertet: je höher die Bewertung, desto weiter oben steht der Artikel in der Liste. Entsprechend mehr Besucher werden diesen Artikel bemerken, lesen und hoffentlich ebenfalls bewerten. Die Buttons zum Bewerten eines Artikels können zusätzlich in die eigene Seite integriert werden.

Google PageRank

PageRank Icon

Der Google PageRank beschreibt die Bewertung einer Website (von 1-10) unter Berücksichtigung der eingehenden Links. Hierbei wird jedoch ebenfalls der PageRank der Quellseite für die Berechnung mit einbezogen. Der PageRank trägt zur Positionierung der Seite in der Ergebnisliste bei.
Um den PageRank der eigenen Seite zu erfahren braucht man entsprechende Tools, wie etwa die Google Toolbar oder die Firefox-Extention Live PageRank.

URL-Aufbau

Der Aufbau einer URL trägt zur Auffindbarkeit in den Suchmaschinen ebenfalls bei. Ungünstig sind dynamisch generierte URLs wie (www.domain.de/p=666). In diesem Blog sind mir technisch bisher leider die Hände gebunden, sonst hätte ich diesen Missstand natürlich längst behoben :( Suchmaschinenfreundlich sind hingegen "sprechende URLs". Hierbei wird die ID des Beitrags durch den Titel o.ä. ersetzt. Das Ergebnis sähe dann z.B. so aus "www.domain.de/titel-des-beitrags". Eine so gestaltete URL ist für die Suchmaschine inhaltlich natürlich viel interessanter als die reine Zahlenfolge.

Domain-Alter

Es ist bedauerlich zu hören, aber das Alter einer Domain ist für Google ein entscheidender Faktor. Je länger eine Seite im Index verzeichnet wird, desto besser ist auch die Positionierung in den Ergebnissen. Bei einer neuen Seite bleibt einem demnach kaum etwas anderes übrig als geduldig zu warten bis die Seite im Index auftaucht.
Bei neu erstellten Websites, kann es mitunter bis zu drei Monate dauern bis die Seite überhaupt indiziert wurde. Hier empfiehlt es sich die Seite manuell bei Google anzumelden.

META-Daten

Die Ergebnisliste von Google im Überblick

Die im HEAD der Seite angegebenen META-Daten geben der Suchmaschine Anhaltspunkte zum Inhalt der Seite. Früher waren diese Angaben noch von recht großer Bedeutung, heutzutage können die meisten davon vernachlässigt werden.
Insbesondere die bekannten META-Keywords tragen kaum noch zur Relevanz der Seite bei. Der Grund hierfür ist, dass viele moderne Seiten und Blogs die Inhalte aus einer Datenbank beziehen. Die META-Befehle stehen jedoch im Template (Vorlage) der Seite und sind demnach auf jeder Unterseite identisch. Da in diesem Fall nicht garantiert werden kann, dass Keywords und Seiteninhalt immer übereinstimmen, versagt das Prinzip "Double-Matching". Die Seite verliert an Relevanz. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat Google die Wichtigkeit von Keywords drastisch reduziert.

Die meiner Ansicht nach noch einigermaßen sinnvollen META-Befehle habe ich hier einmal kurz zusammengefasst:

<meta name="robots" content="index,follow"/> <!-- Seite soll indiziert werden, Links sollen weiterverfolgt werden -->
<meta name="robots" content="no-index, no-follow"/> <!-- Seite soll nicht indiziert werden, Links sollen nicht weiterverfolgt werden -->
<meta name="description" content="Hier steht der Inhalt"/> <!-- Die Beschreibung erscheint unter dem Link in der Ergebnisliste -->
<meta name="revisit-after" content="7 days" /> <!-- Wie oft soll GoogleBot die Seite besuchen? -->
<meta name="Content-Language" content="de" /> <!-- Sprache des Inhalts -->
<meta name="publisher" content="Hier steht der Inhalt" /> <!-- Herausgeber der Seite -->

Häufiger Fehler: Wichtige Inhalte mittels Flash

Flash kann von Suchmaschinen genauso wenig ausgelesen werden wie Grafiken. Flash-Inhalte haben daher keine Relevanz. Besonders übel ist dies wenn Navigationen mittels Flash realisiert wurden. Sofern keine HTML-Lösung als Alternative angeboten wird kann der GoogleBot die Seite nicht indizieren.
In näherer Zukunft sollen jedoch auch Flash-Inhalte von den Suchmaschinen ausgelesen werden können. Lassen wir uns überraschen.

Häufiger Fehler: Splash-Screen oder Portalseite

Häufig trifft man im Internet auf sog. Splash-Screens oder Portalseiten. Diese Seiten enthalten meist nicht viel mehr als eine verlinkte Grafik mit dem Text "Eintreten" oder "Enter". Nachdem der geduldige Besucher diesen Button angeklickt hat gelangt er zur eigentlichen Seite.
Eine solcher Splash-Screen ist absolutes Gift für die Suchmaschine. Es werden keine relevanten Inhalte, Grafiken oder Links gefunden. Es kann weder "Double-Matching" noch irgend ein anderes zuvor beschriebenes Prinzip gefunden werden, die Seite hat für die Suchmaschine keine Relevanz. Gleiches gilt natürlich für Flash-Intros.

Häufiger Fehler: geänderte Ordnerstruktur

Dieser Fehler unterläuft häufig den Betreibern von Blogs. Die Inhalte von Blogs kommen aus einer Datenbank, die Seitenstruktur und die grafische Oberfläche werden über ein Template (Vorlage) gesteuert. Diese Template-Daten liegen in einem bestimmten Ordner auf dem Server, der häufig so benannt ist wie das aktuelle Template heißt (Beispiel: www.domain.de/template1).

Soll nun das Seitendesign geändert werden, so wird für gewöhnlich nicht das aktuelle Template verändert, sondern ein zweites Template hochgeladen und der Seite zugewiesen (Beispiel: www.domain.de/template2).

Das Problem ist nun, dass alle eingehenden Links nicht mehr funktionieren, da diese ja auf den alten Pfad verweisen. Die Seite verliert auf einen Schlag massiv an Relevanz und sackt entsprechend im Google-Ranking sowie im PageRank ab.

Suchmaschinenoptimierung überprüfen

Um zu prüfen ob die eigene Website in den Suchmaschinen besser gefunden wird und entsprechend höhere Besucherzahlen verzeichnen kann braucht man spezielle Tools. Ich selbst benutze ausschließlich Google Analytics und bin sehr zufrieden.
Es gibt jedoch unzählige weitere kostenlose SEO-Tools im Netz. Da ich diese nie selbst getestet habe, empfehle ich sie hier auch nicht.

Feedback erwünscht!

Schreibt mir doch einfach in den Kommentaren welche SEO-Tools Ihr nutzt und welche Vor- und Nachteile dazu bekannt sind. Ebenso freue ich mich über Ergänzende Kommentare zum Thema Suchmaschinenoptimierung, da dieser Artikel das Thema höchstens an der Oberfläche ankratzt.